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Interview mit den Projektstartern von AureusDrive

24.04.2018 um 16:41 von Phil 0 Kommentar(e)

«Erschwingliche, robuste und stilvolle E-Bikes für alle.» Das ist die Vision des Luzerner Start-Ups AureusDrive. Schon bald wird diese Vision Wirklichkeit. Dann nämlich rollen die ersten Räder auf den Schweizer Strassen. Finanziert wurde diese erste Serie über Crowdfunding auf funders.ch. Im Interview verraten die AureusDrive-Macher Gabriel Barroso und Sergio Tresch, wie sehr sie dem Start entgegenfiebern, welche Aufgaben bis dahin anstehen und warum sie nun eine Crowdlending-Kampagne gestartet haben.

Die Projektstarter…über ihr E-Bike

Ab Frühling rollt AureusDrive los und eure ersten Modelle finden neue Besitzer. Wie sehr fiebert ihr dem Start entgegen?

Sehr! Wir freuen uns schon sehr, unser Bike auf den Strassen rollen zu sehen. Allerdings sind wir eigentlich noch mittendrin in den Vorbereitungen, das heisst das Entgegenfiebern wird noch etwas länger dauern.

Wie meinst du das?
Eigentlich war die Auslieferung der ersten E-Bikes per Ende April geplant. Aber infolge der hohen Nachfrage nach diversen Komponenten haben einige Zulieferer Lieferverzögerungen. Wir sind aber optimistisch, dass sämtliche Komponenten Mitte Mai aufs Schiff in Fernost kommen und wir in der zweiten Junihälfte die erste Serie mit 65 E-Bikes ausliefern können.

…über ihr die Idee zu ihrem Projekt

Wie ist die Idee zu AureusDrive entstanden? Und was hat euch überzeugt, die Idee auch wirklich in die Tat umzusetzen?
Eigentlich ist es aus einem sehr persönlichem Anliegen entstanden. Gabriel pendelt seit knapp zwei Jahren täglich zur Arbeit. Das sind knapp 60 km, also 30 km pro Weg.

Die heutigen schnellen E-Bikes – also die wirklich ein Fahren bei 40-45 km/h ermöglichen – sind sehr teuer. Wir sprechen hier in der Regel von Beträgen ab CHF 4500. Wir dachten: «Wir sind beide Maschineningenieure. Wir können doch ein günstigeres Produkt entwickeln, das dennoch die Anforderungen eines Pendlers erfüllt.»

Wie seid ihr vorgegangen und wie lange habt ihr am E-Bike getüftelt?
Die ersten Gespräche und Brainstormings fanden ungefähr ab Sommer 2016 statt. Als Erstes haben wir die Komponenten der bestehenden schnellen E-Bikes analysiert und verglichen. Anfangs 2017 haben wir dann erste Kontakte mit Komponenten-Zulieferer aufgenommen.

Nach der Entwicklung von zwei Prototypen sowie anschliessenden Tests und kleineren Modifikation waren wir Ende November 2017 soweit, mit der Crowdfunding-Kampagne zu starten.

Das erste E-Bike-Modell von AureusDrive.
Schon bald auf den Strassen unterwegs: Das erste E-Bike-Modell von AureusDrive.

Was unterscheidet euer E-Bike von anderen E-Bikes? Was macht es besonders?
Das AureusDrive E-Bike ist das kostengünstigste 45 km/h E-Bike auf dem Schweizer Markt und das stärkste E-Bike der Kategorie 25 km/h mit Mittelmotor. Auch sämtliche Zusatzkomponenten wie Ersatzbatterie oder Zusatzladegerät sind deutlich günstiger als bei den Mitbewerbern – ohne bei der Qualität zu sparen.

Der Blick nach vorne: Was können wir in Zukunft von euch erwarten?
Unsere aktuelle Priorität ist das Wachstum unseres Unternehmens. Da wir die E-Bikes vorbestellen müssen bevor wir sie verkaufen, brauchen wir Kapital. Die Crowdfunding-Aktion war eine erste Möglichkeit, dieses Kapital zu beschaffen. Um unser Wachstum zu beschleunigen, haben wir Anfang April eine Crowdlending-Kampagne gestartet, mit der wir unsere zweite Serie vorfinanzieren möchten. 

Wie sieht es mit neuen E-Bike-Modellen aus?
Produktseitig planen wir einen Tiefeinsteiger mit Trapezrahmen. Wir haben während des Crowdfundings festgestellt, dass eine grosse Nachfrage danach besteht. Wir hoffen in der zweiten Hälfte 2018 ebenfalls einen Prototyp für Testzwecke fertig zu haben.

…über ihr Crowdfunding-Projekt

Warum habt ihr euch entschlossen euer Projekt über Crowdfunding zu finanzieren?
Grundsätzlich war für uns sehr schnell klar, dass wir für den Produktionsstart von vernünftigen Stückzahlen Kapital benötigen – insbesondere um den attraktiven Preis zu ermöglichen. Mit eigenem Kapital hätten wir die Mindestgrösse nicht finanzieren können.

Zudem ist eine Crowdfunding-Kampagne gleichzeitig ein Markttest, ob überhaupt eine Nachfrage besteht. Zu guter Letzt bot sich uns so eine Möglichkeit, bereits zwei Drittel der ersten Serie zu verkaufen.

Was war ausschlaggebend, Funders zu wählen?
Der erste Grund war ganz klar die Nähe. Wir sind ein Luzerner Unternehmen und fokussieren uns zuerst einmal auf den Heimmarkt. Unsere E-Bikes sind für den Schweizer Markt zugelassen. Da nützt uns eine internationale Crowdfunding-Plattform wenig.

Wir haben während der Zusammenarbeit mit dem Funders-Team gemerkt, dass es absolut die richtige Wahl war. Wir haben im Bereich Marketing (beispielsweise beim Webauftritt, Launch-Event, Flyer) sehr viel Unterstützung erfahren und hatten immer den Eindruck, offene Türen für unsere Anliegen zu haben.

Was war euer Erfolgsgeheimnis? Wie habt ihr es geschafft, über 100'000 Franken zu sammeln?
Unser erster Gedanke bei der Crowdfunding-Kampagne war immer: Niemand hat auf uns gewartet. Ohne 200% persönliches Engagement funktioniert eine Crowdfunding-Aktion folglich nicht. Das bedeutet konkret: Wir haben unser Netzwerk belästigt. Wir haben über Social-Media-Kanäle, Newsletter, E-Mails, persönliche Anrufe und Treffen unser Projekt vorgestellt und immer wieder versucht, im Gespräch zu bleiben.

Der Durchbruch in der Kommunikation kam sicherlich mit nau.ch und 20minuten. Wir hatten eine Pressemitteilung geschickt und da wurde nau.ch mit einem Beitrag für Start-Up-Monday auf uns aufmerksam. 20minuten hat diesen Beitrag gesehen und hat dann ein Video-Interview mit uns gemacht und ein Beitrag im Printmedium gedruckt. So konnten wir eine riesige Leserschaft erreichen.

 
Antrieb für die zweite Serie: Seit Anfang April läuft die Crowdlending-Kampagne von AureusDrive. 

Was würdet ihr rückblickend anders machen
Grundsätzlich sind wir mit dem Verlauf sehr zufrieden. Die «Testing-Days» würden wir das nächste Mal von Anfang an im Neubad durchführen. Dort hat man eine hohe Laufkundschaft, sehr viel Gastfreundschaft und es ist dadurch auch für uns angenehmer. Auch dem Neubad-Team: Herzlichen Dank!

Habt ihr Tipps für andere Starter?
Gut, also unser Unternehmen existiert seit 6 Monaten. Es wäre eine Anmassung Tipps zu geben. Aber vielleicht 2 offensichtliche:

Wie bereits gesagt: Wichtig ist zu wissen, dass egal wie gut die Idee ist: Niemand wartet auf dich. Damit sich ein kleines Feuer zu einem Flächenbrand entwickeln kann, musst du nachhelfen. Das bedeutet: 200% persönliches Engagement!

Das zweite ist ein Zitat von Mark Twain, das ich liebe: «Prognosen sind eine schwierige Sache. Vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen». Folglich gibt es nur eins – planen, springen und schwimmen.

Das wollten wir schon immer einmal sagen!
Wir möchten dem ganzen Funders Team für die hervorragende Unterstützung während der Kampagne danken. Auch bedanken wir uns bei den kleinen Helfern aus Freunde und Familie, die alle im jeweiligen «Fachgebiet» uns tatkräftig unterstützt haben. Es ist uns bewusst, dass ohne eure Hilfe dieses Projekt nicht so erfolgreich zu Stande gekommen wäre.

Über AureusDrive:

Hinter AureusDrive stehen die beiden Luzerner Gabriel Barroso und Sergio Tresch. Die beiden Ingenieure haben sich in Ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit an der Hochschule Luzern Technik und Architektur in Horw kennengelernt. AureusDrive wurde 2017 gegründet und bietet das erste erschwingliche, elegante, stilvolle, schnelle, schöne und robuste 45 km/h E-Bike mit Service-Dienstleistungen an. Die Produkte umfassen auch das stärkste 25km/h E-Bike mit Mittelmotor, Flottenlösungen für Unternehmen, Service-Dienstleistungen, wie auch Zubehör wie Zusatzakkus, Zusatzladegärte, Sattel, Taschen, Helme, etc.

www.aureusdrive.ch


Crowdlending-Projekt zur Finanzierung der zweiten E-Bike-Serie

Bereits die erste E-Bike-Serie hat AureusDrive über eine Crowdfunding-Kampagne (in Form eines Crowdsupporting-Projektes) finanziert. Um der Nachfrage nachzukommen und um Lieferzeiten zu verkürzen, will AureusDrive die zweite Serie in Auftrag geben. Dafür hat das Start-up eine Crowdlending-Kampagne lanciert, bei der Unterstützer einen Kredit gewähren und dafür Zinsen und den Kreditbetrag zurück erhalten.

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