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Interview mit den Projektstartern des SC Kriens

06.12.2017 um 08:37 von Phil 0 Kommentar(e)

Mit sage und schreibe 281'944 Franken hat der SC Kriens das bis dato grösste Sport-Crowdfundingprojekt der Schweiz erfolgreich über die Bühne gebracht. Mit dem Geld finanziert der Verein einen Teil des Innenausbaus seines neuen Stadions Kleinfeld. Über 1000 Personen haben das Vorhaben unterstützt. Wie schafft man es, so viele Personen für seine Idee zu überzeugen? Die Projektstarter verraten es uns im Interview.

Zunächst einmal: Herzliche Gratulation zum erfolgreichen Crowdfunding!

Wie fühlt ihr euch, nachdem der Abpfiff erfolgt und das Projekt in trockenen Tüchern ist?
Wir sind natürlich mehr als zufrieden mit dem Verlauf der Kampagne. Wir freuen uns sehr über die grosszügigen Unterstützungen! Der Erfolg ist auch ein Zeichen, dass sich viele auf das neue Zuhause des SCK freuen und dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Zudem war auch exakt eine Woche nach dem Ende der Crowdfundingkampagne der Abpfiff der Vorrunde und es ist natürlich schön, wenn wir auf dem 1. Platz «überwintern» können.

Ihr habt nicht nur das Ziel erreicht, sondern mit sensationellen 281'944 Franken gleichzeitig auch den Schweizer Rekord im Sport-Crowdfunding aufgestellt. Oder um im Fussballjargon zu bleiben: Ihr habt nicht nur den Titel, sondern auch die Torjägerkanone gewonnen. Wie sehr versüsst dies den Erfolg noch zusätzlich?
Das ist aussergewöhnlich. Geschafft haben wir das dank einer grünweissen Solidaritäts-Welle, die wir in diesem Ausmass ehrlich gesagt nicht erwartet haben – nicht erwarten durften. Weit über 1’000 Menschen sagten uns und dem Kleinfeld ihre finanzielle Unterstützung zu. Unser neues Stadion wird so zum Gemeinschaftswerk, mitgetragen von der ganzen SCK-Gemeinschaft. Darauf dürfen wir stolz sein.

 
Im Interview: Reno Zimmerli vom Projektteam des SC Kriens.

Wie geht es nun mit eurem Projekt weiter? Wie sieht euer Matchplan aus?
Vorerst müssen wir alle Bestellungen bereinigen, sodass wir die Gegenleistungen organisieren und koordinieren können. Die Arbeit ist also noch nicht beendet. Aber wir haben ein sehr gutes Team, das gemeinsam an einem Strang zieht. Zudem sind wir im engen Kontakt mit unserem Trikothersteller und sind zuversichtlich, dass wir die Trikots bald bestellen und im März ausliefern können.

Über 1’000 Leute haben euer Projekt unterstützt. Wie habt ihr es geschafft, so viele Unterstützer zu mobilisieren?

Ausschlaggebend für den Erfolg war, dass wir die Aufmerksamkeit und das Interesse über die gesamte Fundingperiode kontinuierlich hochgehalten hatten. Beispielsweise waren wir stets bemüht, interessante Daten und Fakten zu liefern, um die Crowd auf dem Laufenden zu halten.

Ihr wart nicht nur online, sondern auch offline sehr aktiv. Wie wichtig war das für euren Erfolg?
Sehr wichtig. Speziell für grössere Beträge (über CHF 500) zählt nach wie vor der persönliche Kontakt und somit das persönliche «Offline-Gespräch».

Welche Massnahme war deiner Meinung nach besonders effektiv?
Der Startschuss der Kampagne fiel mit dem Losfahren des SCK-Busses. Der Bus gab natürlich zu reden, auch in verschiedenen Medien, und ist mitunter auch verantwortlich für den Erfolg des Projekts.

Gibt es etwas, dass ihr im Nachhinein anders machen würdet?

Nein, im Detail kann man sich immer verbessern, aber insgesamt würden wir es wieder gleichmachen.

…über die Wahl fürs Crowdfunding

Warum habt ihr euch entschlossen, euer Projekt über Crowdfunding zu finanzieren?
Wir wollen mit SC Kriens immer wieder neue Wege gehen. Mit der Crowdfunding-Kampagne wollten wir eine Finanzierungsform ins Spiel bringen, die allen – vom Junior bis zum Senior, im Kleinen und im Grossen – auf einfache Weise die Möglichkeit gibt, das Projekt und natürlich den Sportclub Kriens zu unterstützen.

Wann entstand die Idee zum Crowdfunding?
Im vergangenen Sommer: Wir erachteten das Crowdfunding als eine von verschiedenen Ideen, Geld für den Innenausbau des neuen Kleinfelds zu sammeln. Damit begaben wir uns natürlich auf ein völlig unbekanntes Terrain. Nicht nur hatte es beim SC Kriens noch nie eine solche öffentliche Sammelaktion gegeben, auch in der Schweizer Sportwelt fehlten vergleichbare Projekte als Referenzwert.

Was war ausschlaggebend, Funders zu wählen?
Die Plattform, die Konditionen, der regionale Bezug und die grossen Bemühungen des kompletten Funders-Teams haben uns überzeugt. Wir waren im Gespräch mit verschiedenen Crowdfundingplattformen, jedoch passte das Gesamtpakt bei Funders am besten.

Welche Tipps habt ihr für andere Starter?
Es ist wichtig, dass die Gegenleistungen attraktiv sind. Wir haben unsere Pakete vielen Personen vorgestellt, sie nach ihren Meinungen gefragt und unsere Gegenleistungen entsprechend festgelegt. Und natürlich ist eine gute Vorbereitung und ein 100% Engagement vom ersten bis zum letzten Tag notwendig.

Was wir noch sagen wollten.
Vielen Dank nochmals & Come on Chriens!

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