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Erfolgreicher Schulhausbau in Burkina Faso: Interview mit den Projektstartern von HISON

07.11.2018 um 15:02 von Phil 0 Kommentar(e)

Der Verein HISON («help the isolated needy») unterstützt Hilfsbedürftige in Ghana und Burkina Faso. Auf Funders hat der Verein ein Projekt zum Bau eines Schulgebäudes mit drei Klassenzimmern inklusive der Inneneinrichtung finanziert. Im Interview erklärt uns die Vereinspräsidentin und Starterin Doris Schnyder, wie viele Kinder nun die Schule besuchen können und welche weiteren Projekte der Verein nun in Angriff nimmt.

Die Projektstarterin über... den Schulhausbau in Burkina Faso

Doris, wie weit seit ihr bei eurem Projekt?
Etwas mehr als ein halbes Jahr ist seit der Crowdfunding-Kampagne vergangen - und es ist viel passiert! Das Schulgebäude ist gebaut und die Kinder konnten pünktlich zum Semesterbeginn den Unterricht besuchen!

Die Verantwortlichen haben, als sie erfuhren, dass sie so viel Geld erhalten werden, sofort angefangen zu organisieren und zu planen. Ende Juni waren wir dann in Burkina Faso um die Details zu besprechen. Kaum waren wir wieder zu Hause, hat unsere Organisation die erste Tranche Geld geschickt. Der Bau startete sofort und wurde knapp aber rechtzeitig zum Schulanfang Ende September fertig. Somit werden die Zimmer bereits intensiv benutzt.

Die Baumassnahmen für die Schule begannen sofort – und waren pünktlich zum Schulstart fertig.

 Wow, das sind ja super Nachrichten! Und wie fühlst du dich, nun da die Schulzimmer bereits genutzt werden?
Es ist ein tolles Gefühl und es löst auch sehr viel Dankbarkeit in mir aus. Gerade auch in Bezug auf die Freude der Betroffenen in Burkina Faso.

Wie viele Kinder können nun die Schule besuchen?
Wir hatten ja schon in ganz kleinen Schritten bei 3 Schulzimmern mitgeholfen. Aber neu können jetzt zusätzlich ca 120 – 150 Kinder mehr in die Schule.

Wie kamst du dazu, ein Projekt in Burkina Faso zu unterstützen?
Ich habe schon als kleines Mädchen davon geträumt, eines Tages nach Afrika zu reisen. Im Jahr 1990 wurde der Traum dann wahr und mein Mann und ich reisten für zwei Jahre nach Burkina Faso, wo wir unter anderem eine Schule bauten. Es waren für uns zwei sehr prägende Jahre.

Worin liegt deine Motivation für dein Engagement in Westafrika?
Oft hören wir «Wenn die mehr arbeiten würden, würde es ihnen auch besser gehen!» Solche Aussagen schmerzen mich sehr. Wenn ich die Menschen von Burkina Faso sehe, sehe ich aufrechte, liebenswerte Menschen mit einem grossen Herzen. Aber auch mit Lebensbedingungen, die sehr schwierig sind. Es gibt Menschen, die noch heute bis zu 20 km laufen müssen, um ihr tägliches Wasser zu holen. Und die Hitze ist oft unerträglich: 40 Grad im Schatten und der Staub ist überall. Nun kommen auch noch die ganzen Terroranschläge von Mali herunter dazu. Aber die Menschen beklagen sich nicht, sie versuchen ihr Leben zu leben und für die Familien ihr tägliches Brot zu verdienen, das können wir uns gar nicht vorstellen. Für mich sind diese Menschen Helden.

Dank der neuen Schulgebäude können 120-150 Kinder mehr die Schule besuchen.  Dank der neuen Schulgebäude können zusätzlich 120-150 Kinder die Schule besuchen.

Meine Motivation ist, einen kleinen Teil dazu beizutragen, dass die Kinder eine Hoffnung auf die Zukunft haben und ein menschenwürdiges Leben führen können. Gerade mit dem Schulhausbau sehe ich, dass sie motiviert sind und Hoffnung schöpfen. Und das motiviert mich auch wieder neu.

Der Blick nach vorne: Welche weiteren Projekte stehen nun für euch an?
Wir wollen ihnen weiterhin helfen, bis alle Gebäude fertig sind. Das braucht natürlich wieder mehr Geld. Wir sind also auch weiterhin für alle Spenden sehr offen.

Ein weiteres Projekt ist auch, dass wir, wenn wir die Finanzen aufbringen, Gebäude zur Berufsausbildung (Schreiner, Schneiderin, Informatik usw.) bauen möchten. Das Ziel aller Massnahmen lautet jedoch stets: Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Starterin über...ihre Crowdfunding-Kampagne

Ihr habt gesamthaft über 38'000 Franken gesammelt. Was war euer Erfolgsrezept?
Ich denke, unser persönliches Mittragen hat sicher viel geholfen. Wir haben versucht, in den sozialen Medien aktiv zu sein und ebenfalls Mund-zu-Mund-Propaganda in unserem Netzwerk zu betreiben. Es war uns wichtig, viel zu Präsenz zu haben.

Im Anschluss an die Crowdfunding-Kampagne habt ihr sogar nochmals knapp 30'000 Franken erhalten. Wie kam es dazu?
Viele Leute aus dem privaten aber auch aus dem geschäftlichen Umfeld, haben uns auch nach der Kampagne zusätzlich Geld geben. Diese Grosszügigkeit hat uns sehr gefreut.

Das HISON Team in der Schweiz.  Das HISON-Team in der Schweiz: Vorne rechts die Präsidentin Doris Schnyder, links neben ihr die HISON-Gründerin Doris Ineichen. 

Gibt es etwas, das ihr im Nachhinein anders machen würdet?
Den Film würden wir definitiv anders machen, höchstens eine Minute lang. Denn dann könnte man ihn mehr und in verschiedenen Auftritten verwenden. Ansonsten würden wir nicht gross etwas verändern.

Welche Tipps könnt ihr anderen Projektstartern geben?
Als Starter muss man dranbleiben, wenn man eine Crowdfunding-Kampagne erfolgreich abschliessen will. Man muss sich also wirklich die Zeit nehmen und aktiv dran arbeiten. Dann hat man eine gute Chance, dass sie gelingt.

Wie kamt ihr zum Schluss, dass eine Crowdfunding-Kampagne für euer Projekt das Richtige ist?
Das wussten wir erst, nachdem wir das Gespräch mit den Funders-Ansprechpartnern geführt hatten. Sie haben uns die Vorteile gut aufgezeigt und uns bei der Planung der nötigen Massnahmen beratend unterstützt.

Wieso fiel die Wahl auf Funders?
Ich wurde schon mehrmals im Internet darauf angeschrieben, eine Crowdfunding-Kampagne durchzuführen. Ich konnte mir aber nichts darunter vorstellen. Als dann die Informationsbroschüre der NKB kam (Anm.: Die Nidwaldner Kantonalbank, NKB, ist eine der fünf Funders-Kooperationspartner), sah ich die Gelegenheit, mehr darüber zu lernen und zu verstehen. Und vielleicht als Möglichkeit, das selbst einmal zu probieren.

Zu guter Letzt – das wollten wir schon immer einmal sagen:
Danke für all die tolle Unterstützung, ohne Euch hätten wir es nie geschafft! Der Erfolg ist ein grosser Teil auch Euch zu verdanken.

Über HISON

HISON ist die Abkürzung für „Help the Isolated Needy“ (Hilfe für Bedürftige). Zu Beginn war HISON eine private Initiative der aus Ghana stammenden Doris Ineichen. 2001 wurde schliesslich der Verein gegründet. Der Vorstand besteht in der Schweiz aus sieben und in Ghana aus vier Mitgliedern. Der Verein will «die Verantwortung am Mitmenschen wahrnehmen» und mit der Unterstützung von Spendern «christliche Nächstenliebe praktisch leben». Das übergeordnete Ziel des Vereins ist es stets, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

www.hison.ch

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