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26.10.2020 um 14:37 von Phil

Ein Bewegungsort für Jung und Alt und für alles, was Räder hat. Das ist der Rollsportpark in Schüpfheim. Vor mehr als zwei Jahren haben die Köpfe hinter dem Park ihr Crowdfunding-Projekt erfolgreich abgeschlossen; fast eineinhalb Jahre ist der Park nun bereits offen. Grund genug, um mit den Startern zurückzublicken – und auch vorauszuschauen. 

Für das Interview sprachen wir mit Tom Felder vom Trägerverein Rollsportpark Schüpfheim. 

Wann konntet ihr euch das letzte Mal selbst im Park austoben?
Die ganze Zeit! Es ist zwar so, dass einige von uns wegen des Studiums oder der Arbeit von Schüpfheim wegezogen sind; trotzdem treffen wir uns immer wieder im Rollsportpark auf eine Session. Das ist eine super Gelegenheit, einander wiederzusehen.

Seit fast eineinhalb Jahren existiert der Rollsportpark Schüpfheim. Wie geht es euch, wenn ihr das hört? 
Das erfüllt uns vor allem mit Stolz. Obwohl es den Rollsportpark «erst» seit eineinhalb Jahren gibt, hat er sich schon als «der» Bewegungsort und Treffpunkt für alle Altersklassen in Schüpfheim etabliert.

Seid ihr mit dem bisher Erreichten zufrieden?
Ja, wir sind sehr zufrieden. Es ist schön zu sehen, wie gut der Park besucht wird. Das ist genau das, was wir erreichen wollten: Eine Bewegungszone und einen Treffpunkt für Jung und Alt schaffen, indem wir allen etwas bieten.

Früh übt sich: Auch der Nachwuchs kann sich im Rollsportpark austoben. 

Bild: Philipp Schmidli. Mit freundlicher Genehmiung der CKW

Ihr schreibt, dass der Park sich an Jung und Alt richtet. Wie können wir uns das vorstellen?
Wie schon gesagt, wollen wir für alle Altersklassen etwas bieten. Sei es sportlich oder einfach nur als Treffpunkt. Auf der sportlichen Seite haben wir den Park so eingeteilt, dass wir für absolute Anfänger bis zum Profi interessante «Lines» und «Features» haben.

Dies haben wir mit drei verschiedenen Pumptracks und einer Bowl realisiert: Ein Pumptrack wurde extra für Rollstuhlfahrer konzipiert, einer für Kinder und einer für Erwachsene. Die Bowl schliesslich ist eher für Fortgeschrittene gedacht. Somit kann sich jede Person, egal welche Altersklasse und ob sportlich oder nicht, auf unserer Anlage sportlich betätigen. Dieses Konzept erlaubt es auch, sich an die Sportgeräte langsam heranzutasten. Wenn jemand beispielsweise mal das Skateboarden ausprobieren möchte, muss er das nicht gleich in der Bowl tun.


Begriffe erklärt: Was sind Pumptracks und Bowls?

Ein Pumptrack ist eine bis zu 2 Meter breite Piste aus Bodenwellen und Steilwandkurven für Anfänger und Fortgeschrittene. Durch schwungvolle Bewegungen wird Geschwindigkeit aufgenommen, sodass die ganze Runde beliebig oft und ohne zu pedalieren gefahren werden kann.

Eine Bowl kann man sich als leeren Swimmingpool vorstellen. Die gemäss den Bedürfnissen der Jugendlichen konzipierte Skateanlage ermöglicht verschiedenste Varianten der Fortbewegung und richtet sich an fortgeschrittene Fahrer. Sie ist vor allem für Skateboarder, Inlineskater und BMXer gedacht

Für jeden etwas dabei: Vorne die Bowl, hinten die Pumptracks.  

Bild: Sascha Duss.  


Für welche Geräte ist der Park geeignet?
Für alle Rollsportgeräte, die nicht motorisiert sind. Am meisten sehen wir Bikes, Skateboards und Scooters.

Die letzten Monate waren sicherlich auch für euch eine Herausforderung. Wie seid ihr damit umgegangen?
Ja, auch wir mussten uns natürlich den Umständen anpassen. Wir haben während des Lockdowns ein Online-Buchungssystem eingeführt, mit dem man sich anmelden und seine Zeit im Rollsportpark reservieren musste.

Zusätzlich wurde der ganze Park von aussen mit Gittern abgesperrt. Es gab nur noch einen Eingang und da wurden auf die Sicherheitsmassnahmen und besonderen Regeln hingewiesen. Somit konnten wir die Anzahl Besucher, die gleichzeitig auf dem Park waren, auf maximal 5 Personen beschränken. Dies hat sehr gut funktioniert.

Über das Crowdfunding-Projekt

Kommen wir zu eurem Projekt. Wie kam es zu einem Rollsportpark?
Die Geschichte nahm vor 17 Jahren ihren Anlauf. 2003 hatten sich Jugendliche in Schüpfheim schon nach einer Skateanlage gesehnt. Es wurde dann eine rudimentäre Halfpipe aus Holz errichtet, die schon im Jahre 2011 witterungsbedingt abgerissen werden musste. Danach hat sich eine Gruppe von Jugendlichen zusammengefunden, die sich für eine anständige Skateanlage einsetzte. Ich selber war da mittendrin und hatte mich 2013 entschieden, meine Maturaarbeit diesem Vorhaben zu widmen.

So erstellte ich während eines Jahres ein Konzept für eine Skateanlage in Schüpfheim. Leider war das Interesse beim Gemeinderat für eine Skateanlage damals relativ gering. 2016 wurde ich dann von der Gemeinde orientiert, dass sich mit Bruno Schnider eine Gruppe gebildet hatte, die in Schüpfheim auf dem Schachemättili einen Pumptrack realisieren möchte. Wir sind relativ schnell zusammengesessen und haben uns über mögliche Kombinationen von Pumptrack und Skateanlage ausgetauscht. Wir konnten immer mehr gute Leute beiziehen, und somit führte eines zum anderen.

Was war die Initialzündung, die Idee auch wirklich in die Tat umzusetzen?
Für mich war das der Moment, als sich die zwei Gruppen gefunden und gemeinsam entschieden hatten, einen Park mit Pumptrack und Skateanlage zu kombinieren. Das war auch der Moment, bei dem wir die Unterstützung der Gemeinde spürten. Die Idee, einen Pumptrack mit einer Bowl zu kombinieren, war einzigartig in der Schweiz. Das hat uns noch mehr Mut gemacht, das Ganze wirklich umzusetzen.

Brachten den Park ins Rollen: Die Köpfe hinter dem Park. 

Bild: Yannik Röösli

Bei der Umsetzung musstet ihr die Bedürfnisse verschiedener Gruppen berücksichtigen, von der Gemeinde bis zu skatenden Jugendlichen. Wie seid ihr bei der Planung und Umsetzung vorgegangen?
Das war wirklich nicht immer ganz einfach. Auch bei uns im Trägerverein gab es immer wieder Meinungsverschiedenheiten. Am Schluss war es für uns wichtig, dass wir mit dieser Anlage der ganzen Bevölkerung etwas bieten: sei es dem Kind auf dem Scooter, dem Profiskater, den Eltern mit dem Bike oder den Grosseltern, die Zeit mit ihren Enkeln verbringen wollen. Deshalb haben wir uns auch dafür entschieden, eine gute Infrastruktur zu errichten, die es erlaubt, Toiletten anzubieten und einen Kiosk inkl. Vermietung von Sportgeräten zu führen. Dies kam bei der Gemeinde und den Sponsoren sehr gut an.

Warum habt ihr Crowdfunding als Finanzierungsform gewählt?
Das Crowdfunding war für uns eine zusätzliche Finanzierungsform für die Bowl. Wir hatten schon einiges an Sponsorengeldern zusammen, es fehlte jedoch noch etwas für die Realisierung der Bowl. Mithilfe des Crowdfundings konnten wir auf Social Media sehr viele verschiedene Personen erreichen, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, die uns dann mithilfe von Funders unterstützten und uns somit den Traum der Bowl erfüllten.

Was war für euch der Grund, Funders zu wählen?
Funders war damals in der Anfangsphase und wurde uns von der Luzerner Kantonalbank empfohlen. Nachdem wir die Tarife und Leistungen von Funders mit anderen Crowdfunding-Anbietern verglichen hatten, stellten wir fest, dass Funders für uns die beste Option war. Ein grosser Beweggrund war sicherlich auch, dass Funders lokal in Luzern verankert ist und wir immer einen persönlichen Ansprechpartner hatten.

Wie habt ihr es geschafft so viele Unterstützerinnen und Unterstützer zu mobilisieren?
Durch unser breites Netzwerk, sei es auf Social Media oder in der Gemeinde selber.

Worauf seid ihr besonders stolz?
Am meisten stolz sind wir auf die vielen positiven Rückmeldungen, die wir heute erhalten und die hohe Besucherzahl, die wir immer wieder feststellen dürfen. Das gibt einem die Bestätigung, etwas richtig gemacht zu haben.

Gibt es etwas, das ihr rückblickend anders machen würdet?
Im Nachhinein gibt es immer Sachen, die man anders hätte machen können. Grundsätzlich sind wir aber sehr zufrieden, wie wir vorgegangen sind. Dinge wie den Unterhalt und den Kioskbetrieb hätten wir zum Beispiel etwas früher mit der Gemeinde aushandeln können. Das sind schlussendlich aber Details.

Welchen Tipp habt ihr für andere Starter?
Das Wichtigste, um ein solches Projekt zu realisieren, ist grosse Überzeugung und viel Ausdauer. Und dass man den Mut und den Glauben daran nicht verliert. Wir standen immer wieder vor grösseren Hürden, die teilweise auch viel Zeit kosteten. Aber solange alle zusammen an einem Strick ziehen und motiviert sind, ist extrem viel möglich.

Dran bleiben, auch wenn's nicht so rollt - das Erfolgsrezept für die Starter.  

Bild: Yannik Röösli. 

Schauen wir gemeinsam in die Kristallkugel: Was sind eure Pläne für die Zukunft des Parks?
Unser Ziel ist es, dass der Park in den nächsten 10-20 Jahren so gut wie heute genutzt wird. Wir planen auch grosse Events im Park durchzuführen, wie zum Beispiel den Red Bull Pumptrack World Championship Qualifier und die PumpKing Challenge. Deshalb ist es unser Ziel, den Park top zu unterhalten und Restaurationen umgehend vorzunehmen, sobald solche anstehen. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass wir den Park irgendwann mal erweitern werden.

Das wollten wir schon immer einmal sagen:
Danke an alle, die an uns geglaubt und uns unterstützt haben. :-) Wenn ihr an einem ähnlichen Projekt dran seid, dann dürft ihr auch immer gerne Kontakt mit uns aufnehmen. Wir helfen gerne weiter. Es lohnt sich, dranzubleiben!

Über den Rollsportpark Schüpfheim

Der Rollsportpark Schüpfheim ist ein Bewegungsort für Jung und Alt. Auf der Sportanlage können sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ihren Rollsportgeräten austoben. Der Park besteht aus mehreren Pumptracks und einer Bowl. Er beinhaltet zudem ein Betriebsgebäude mit Kiosk, Vermietung und Toiletten. rollsportpark.com 


Titelbild: Yannik Röösli. 

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Coronahilfe mit Crowdfunding

04.09.2020 um 15:03 von Phil

Die Coronapandemie hat viele Unternehmen hart getroffen. Um schnelle Hilfe zu leisten, hat funders.ch ein Crowdsupporting für Betroffene auf die Beine gestellt. Die Hilfe ging sogar weit in die Schweiz hinaus.

INGWR Drinks wurde vom Lockdown der Restaurants auf dem falschen Fuss erwischt. Das Start-up stellt Tees und Limonaden aus frischem, fair gehandeltem Ingwersaft her. Dabei arbeitet das junge Luzerner Team mit Bio-Ingwer-Bauern in Indien zusammen. Weil die Verkäufe in die Gastronomie ausfielen, blieb INGWR auf 300 Litern Tee sitzen. «Um zu verhindern, dass wir die Ware verschwenden müssen, entschieden wir uns, ein Crowdfunding zu lancieren», sagt Kevian Steiner, Mitbegründer des Unternehmens.

Wer das Projekt unterstützte, half somit nicht nur dem Start-up, sondern leistete auch einen Beitrag gegen Foodwaste. Dies kam auch bei der Crowd gut an: Die Ingwer-Aktion generierte über 6500 Franken – fast alle Teeflaschen konnten gerettet und an die knapp 100 Unterstützerinnen und Unterstützer nach Hause verschickt werden. Inzwischen sind Restaurants und Bars wieder offen und somit auch die Luzerner Ingwertees wieder erhältlich.

Schon zum zweiten Mal erfolgreich

Auch der SC Kriens hat sich dazu entschieden, ein Coronaprojekt auf funders.ch zu realisieren. «Die Krise trifft unseren Verein hart», sagt Tom Tobler, Sprecher des Challenge-League-Vereins. Da zwischen März und Juni keine Heimspiele durchgeführt werden konnten, entgingen dem Verein Einnahmen von rund 100’000 Franken. Um den Verein finanziell zu entlasten, hat der SCK für fast alle Mitarbeitenden Kurzarbeit angemeldet. Doch das allein reichte nicht. «Bei uns stopfen keine Mäzene finanzielle Löcher», so Tobler. Dafür kann der Verein auf treue Mitglieder und Fans zählen: In den vergangenen Monaten hat der SCK mit der Aktion «Zäme is Chlifäld» über 16'000 Franken gesammelt. 

Dass der SCK mit dem Crowdfunding Erfolg hatte, verwundert nicht: Mit dem Projekt «Die Stadionbauer» generierte der Verein vor einigen Jahren fast 300'000 Franken an den Bau eines neuen Fussballstadions – ein Rekordwert für einen Sportverein. Inzwischen rollt der Ball wieder im Kleinfeld, auch wenn vorerst nur mit rund 850 Zuschauerinnen und Zuschauern.

Treue Fans: Auch in der Corona-Krise konnte der SC Kriens auf die Fantreue zählen. 

Daniel Lütolf, Plattformleiter von funders.ch, freut sich über die Spendenerfolge. Er weiss: «Infolge der Coronakrise sind die Umsätze von vielen KMU massiv eingebrochen.» Besonders betroffen seien Kreative, Start-ups, Kleinunternehmer und Gastrobetriebe. Um die betroffenen Firmen möglichst schnell und unkompliziert zu unterstützen, hat funders.ch im März innert kurzer Zeit einen eigenen Corona-Channel aufgebaut (siehe Box). Davon profitiert hat auch ein Reisebüro im Bündner Ferienort Arosa.

Hilfe in den Bündner Bergen

SARS, 9/11, Finanzkrise 2008: Beat Künzler hat in den vergangenen 30 Jahren schon einige Krisen überstanden. «Aber so etwas wie dieses Jahr habe ich noch nie erlebt.» Die Pandemie und der Lockdown haben Künzler und sein Reisebüro Arotur in Arosa zum schlechtesten Zeitpunkt getroffen. Da ein grosser Teil der lokalen Bevölkerung im Tourismus arbeitet, gehen die Bündner traditionell zwischen Ende April und Mitte Juni in die Ferien. «Die Coronakrise hat uns zwischen 70 und 80 Prozent unseres Jahresumsatzes gekostet», bilanziert Künzler. Obwohl der Betrieb in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet habe, stand das KMU auf einmal vor dem Aus. Nächtelang habe er sich voller Sorgen im Bett gewälzt und nach einem möglichen Ausweg aus der Misere gesucht, erzählt Künzler. Irgendwann kam ihm die Idee, ein Crowdfunding zu starten. Hilfe fand er schliesslich in Luzern bei funders.ch.

Treue Kundschaft: Etwa 300 Personen unterstützten Arotur-Besitzer Beat Künzler (links im Bild).

Was dann geschah, kann der Geschäftsführer bis heute nicht so richtig glauben. «Die Resonanz auf unser Funders-Projekt war riesig.» Es dauerte nicht lange, bis die regionalen Medien auf die Aktion aufmerksam wurden und über das Crowdfunding des Reisebüros berichteten. Fast 300 Personen aus der Kundschaft und dem Freundeskreis haben das Reisebüro unterstützt und zusammen über 65'000 Franken gespendet. Noch heute kriegt Beat Künzler feuchte Augen, wenn er von der riesigen Solidarität spricht, die er erfahren hat. «Mit diesem Crowdfunding haben wir einen ganz wichtigen Schritt geschafft, um unseren Betrieb bis zur nächsten Buchungssaison über Wasser zu halten.» Beat Künzler möchte auch anderen Unternehmen Mut machen, ein Crowdfunding zu starten. «Ein solches Vorhaben kostet Zeit und auch einiges an Überwindung. Aber es lohnt sich.»

 

Aktion «Corona – Funders helfen»: Jeder Franken fliesst in die Projekte

Idee: Abgesagte Veranstaltungen, ausbleibende Kundschaft, geschlossene Lokale: Die Coronakrise hat viele Unternehmen hart getroffen. Mit der Aktion «Corona – Funders helfen» unterstützt funders.ch Crowdsupporting-Projekte für Unternehmen und Organisationen, die infolge der Krise mit fehlender Liquidität zu kämpfen haben.

Besonderheit: Um den Initianten jeden Unterstützungsfranken zur Verfügung stellen zu können, verzichtete die Plattform bei der Corona-Aktion auf die gewöhnliche Gebühr von 5 Prozent. Ausserdem wurde das übliche «Alles-oder-nichts-Prinzip» ausgesetzt: Da das zu erreichende Spendenziel bei sämtlichen Aktionen auf einen Franken herabgesetzt wurde, konnte jeder einzelne Spendenfranken ausbezahlt werden.

Projekte: Von über 100 Anfragen wurden 21 Projekte in die Finanzierungsphase gestellt. Die restlichen genügten nicht oder hatten mit Corona nichts zu tun. Es sind etwa 800 Mails hin- und herversendet worden.

Erfolg: Per Ende Juli wurden rund 150'000 Franken durch 1000 Unterstützer gesammelt.

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Interview mit den Projektstartern von Disc Golf Stans

22.07.2020 um 11:27 von Phil

Disc Golf - das ist Golf mit Frisbees. Seit über einem Jahr kann man diesen Sport auf der Sportanlage Kollegi in Stans betreiben. Finanziert wurde der Parcours zu grossen Teilen über ein Crowdfunding-Projekt auf Funders. Wir haben den Projektstarter interviewt und das Jahr Revue passieren lassen. 

Seit über einem Jahr existiert der Disc Golf-Kurs in Stans. Wie beurteilt ihr das erste Jahr? 
Es war ein voller Erfolg. Nie hätten wir erwartet, dass so viele Leute Freude an dieser Sportart haben werden. Die Anlage wird von einer grossen Bandbreite von Sportlern bespielt. Von Jung bis Alt, von Anfängern bis Routiniers.

Was macht der Reiz von Disc Golf für euch aus?
Einerseits ist da sicherlich die Faszination der fliegenden Scheibe. Zu sehen, wie sie sich in der Luft bewegt, macht mit jedem Wurf aufs Neue Freude. Im richtigen Moment den richtigen Wurf hinzukriegen macht noch viel mehr Freude. Und am Schluss mit einem soliden Putt die Bahn mit einem Birdie zu beenden, ist das Tüpfelchen auf dem "i".

Auf der anderen Seite bietet die Sportart enorm viele Möglichkeiten. Sei es ein gemütlicher Spaziergang mit etwas sportlicher Aktivität, eine Runde nach Feierabend um den Kopf zu lüften oder der Wettbewerb im Rahmen eines Turniers. So findet jeder Golfer sein Setup, in dem er sich wohl fühlt.

Gemütlich oder im Wettkampf: Die Faszination, wie die Scheibe ins Ziel fliegt, bleibt.  

Seit wann spielt ihr selbst Disc Golf?
Wir vom Disc Golf Club Blowflies spielen alle seit zwei bis drei Jahren. Zuvor erlernten wir das Handwerk des Scheibenwerfens in der Sportart Ultimate Frisbee.

Für wen eignet sich Disc Golf?
Disc Golf eignet sich für alle Menschen, die Freude an der Bewegung im Freien haben. Das Alter oder die körperliche Verfassung spielen dabei überhaupt keine Rolle.

Wie soll ich vorgehen, wenn ich den Sport mal ausprobieren möchte? Und was brauche ich dafür? 
Das ist einer der ganz grossen Pluspunkte dieser Sportart. Es braucht lediglich eine Frisbeescheibe und schon kanns losgehen. Wer keine zu Hause hat, kann bspw. im Sportgeschäft 360° in Stans Scheiben mieten oder kaufen.

Die Anlage ist gratis bespielbar, alles was man über das Spiel wissen muss, steht vor Ort auf den Infotafeln.


Disc Golf - kurz erklärt

Disc Golf heisst: Mit Frisbees Golf spielen. Ziel des Spieles ist es, die Scheibe auf jeder Bahn mit möglichst wenigen Würfen im Korb zu versenken. Die Bahnen sind zwischen 50 und 80 Meter lang. Die Schwierigkeit einer Bahn ergibt sich aber nicht nur aus ihrer Länge, sondern auch durch Hindernisse wie Bäume, Büsche oder Wasser.


Warum habt ihr euch entschieden, einen eigenen Kurs zu bauen?
Disc Golf ist in unseren Breitengraden eine sehr unbekannte und darum auch kaum verbreitete Sportart. Bevor wir in Stans einen Kurs hatten, mussten wir im Minimum den Weg bis nach Zürich auf uns nehmen, um auf einem fest installierten Kurs zu spielen. Jetzt können wir zu jeder Zeit spontan unserer Passion nachgehen. Ausserdem ist es nur mit einer fest installierten Anlage möglich, die Sportart neuen Leuten zugänglich zu machen.

Über das Crowdfunding-Projekt

Kommen wir zu eurer Crowdfunding-Kampagne. Warum habt ihr diese Finanzierungsform gewählt?
Schlussendlich eine recht pragmatische Entscheidung. Wir brauchten Geld und die Sponsorensuche verlief nicht ganz wie geplant. Da kam Crowdfunding als Idee auf.

Was war für euch der Grund, Funders zu wählen?
Funders wurde mir vom Tourismusverein Stans empfohlen. Ich fand den Auftritt sympathisch und sah einen Vorteil, mit einem Regionalen Brand auf Geldsuche gehen zu können.

Ihr habt den gesuchten Betrag deutlich übertroffen. Was war euer Erfolgsgeheimnis?
…wenn ich das wüsste. Ich denke es gibt kein pauschales Erfolgsrezept. Passion fürs Projekt und das Glück, andere mit dieser Passion anstecken zu können, hilft sicher. Andererseits hat es geholfen, dass Disc Golf eben ein sehr massentauglicher Sport ist und sich somit viele Menschen angesprochen gefühlt haben.

Wie habt ihr es geschafft, so viele Unterstützer und Unterstützerinnen zu gewinnen?
Wir haben versucht, im Vornherein schon mit möglichst vielen Leuten zu sprechen und haben alle gebeten, die Sammelaktion weiter zu verbreiten. Stans ist aber auch eine Frisbee-Hochburg. Viele der Unterstützer kommen aus dem Kreis dieser Sportart.

Welche Möglichkeiten hat euch diese hohe Unterstützung ermöglicht?
Die grosse gesammelte Summe gab uns die Möglichkeit, den Kurs mit der schlussendlichen hohen Qualität umzusetzen. Vielleicht wäre es auch mit weniger Geld möglich gewesen. Qualitativ hochstehende Komponenten einkaufen zu können, machten den Kurs aber zu dem, was er jetzt ist und wir möchten auf nichts davon verzichten.

Volltreffer: Durch die vielen Unterstützungen konnten qualitativ hochstehende Komponenten gekauft werden.  

Gibt es etwas, das ihr rückblickend anders machen würdet?
Ich denke nicht. Klingt jetzt etwas selbstüberzeugt. Ich schätze aber, dass wir die Rahmenbedingungen optimal ausgenutzt haben.

Welchen Tipp habt ihr für andere Starter?
Habt den Mut ein Projekt zu starten! Es bedeutet sicherlich mehr Arbeit, als es von aussen den Anschein macht. Es lohnt sicher aber!

Das wollten wir schon immer einmal sagen 
Vielen Dank an alle, die das Projekt mit Geld, Manpower oder was auch immer unterstützt haben. Die Anlage motiviert täglich viele Leute, raus ins Freie zu gehen um Sport zu treiben. Das ist es, was wir zusammen geschaffen haben!

 

Über Disc Golf Stans

Disc Golf Stans umfasst hauptsächlich den Disc Golf Kurs Kollegi in Stans. Durch das erfolgreiche Crowdfunding-Projekt Funders ermöglicht, kann der 11-Loch-Kurs auf der schönen Sportanlage seit Februar 2019 bespielt werden. Dazu braucht es weder eine Platzreife noch teure Ausrüstung. Disc Golf ist Breitensport und soll möglichst vielen Leuten zugänglich sein. Natürlich hat jeweils der Schulunterricht Vorrang. In den Ferien und zu den Randzeiten kann die Anlage frei genutzt werden.
www.discgolfstans.ch

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Crowfunding-Plattform Funders in neuem Gewand et en français

15.07.2020 um 14:27 von Phil

Funders erscheint ab sofort in neuem und frischerem Design. Unter anderem haben wir uns eine neue Schriftart gegönnt und wir haben unsere Farbwelt angepasst. Et en plus: A partir de maintenant vous pouvez utiliser Funders en français! 

Aber das ist noch nicht alles! Lies weiter, um mehr über die weiteren Neuerungen zu erfahren. 

Uuuuu, das Projekt ist aber erfolgreich!

Neben der neuen Schrift- und Farbwelt sticht optisch eine weitere Neuerung schnell ins Auge: Wir haben unser Funders-U, das dir den Projektfortschritt eines Projekts anzeigt, angepasst. Es zeigt dir nun folgende Stati an:

  • Das sich weiss füllende U: Dieses zeigt dir an, inwiefern die Fundingschwelle ( = 100%) erreicht wurde (linkes Bild). Ist das U komplett weiss gefüllt, sind die 100% erreicht. 
  • Das sich blau füllende U: Haben Starter ein Fundingziel (> 100%) festgelegt, füllt sich das bereits weiss gefüllte U dem Fortschritt entsprechend blau (mittleres Bild).
  • Blaues U mit Sternchen: Wird über dem U ein Sternchen angezeigt, dann haben die Starter auch ihr Fundingziel erreicht (rechtes Bild).

 

Falls du diesen Beitrag auf deinem Smartphone liest, wird dir zudem auffallen, dass wir die Mobilansicht optimiert haben. Einem Funding-on-the-Go steht nun also definitiv nichts mehr im Wege. ;-)

Anpassungen auf der Crowdfunding-Projektseite

Das Herzstück einer jeden Crowdfunding-Plattform sind natürlich die Projekte selbst. Und deshalb haben wir auch die Projektseiten optisch aufgewertet und für mehr Kompaktheit gesorgt.

  • Die Informationen zum gesuchten Betrag sowie zum Funding- und zum Realisierungszeitraum findest du nun direkt unter dem Video.
  • Weiterführende Links (Social Media, Website) zum Projekt findest du direkt unterhalb der Projektzusammenfassung.
  • Die detaillierte Beschreibung (Informationen zum Projekt, zu den Zielgruppen etc.) haben wir übersichtlicher gestaltet.
  • Die Übersicht der Gegenleistungen ist nun deutlich kompakter und übersichtlicher und verfügt (sofern vom Starter hinterlegt) über ein Vorschaubild. Du siehst auf den ersten Blick, was dir zur Auswahl steht. Per Klick klappst du die detaillierte Beschreibung auf.

Statistik informiert über den Erfolg von Funders

Zu guter Letzt haben wir für alle Zahlenfans oberhalb der der Website-Fusszeile eine kleine aber feine Statistik eingefügt. Sie zeigt dir die Zahl der Unterstützer, Projekte, unsere Erfolgsquote und die insgesamt finanzierte Summe an.

Wir beraten dich persönlich

Übrigens, wo wir gerade bei Statistik sind: Drei von vier Projekten sind bei Funders erfolgreich. Klingt gut? Finden wir auch. Noch besser fänden wir es jedoch, gemeinsam mit DIR dein Vorhaben umzusetzen. 

Du hast eine Idee, die du per Crowdfunding in die Tat umsetzen möchtest? Dann melde dich bei uns! Wir beraten und unterstützen dich gerne. Denn bei allen Neuerungen bleibt eines gleich: Wir beraten dich auch weiterhin persönlich, damit dein Crowdfunding-Projekt ein Erfolg wird!

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Hof in der dritten Generation: Interview mit den Projektstartern von «Heimetli»

29.06.2020 um 14:26 von Phil

Die Familie Käslin betreibt den Hof «Heimetli» in Ennetmoos am Fusse des Stanserhorns bereits in der dritten Generation. Die Stallung aus dem 19. Jahrhundert drohte einzustürzen und musste dringend erneuert werden. Trotz Nebenerwerb konnte die 8-köpfige Familie die Finanzierung nicht alleine stemmen und setzte unter anderem auf Crowdfunding. Im Interview verrät sie, wie sie Ihr Projekt zu 221% finanzierte.

Bereits in der dritten Generation führt ihr euer «Heimetli». Was bedeutet es für euch, den Hof weiterführen zu können?

Unser «Heimetli» weiterführen zu dürfen, ist eine Herzensangelegenheit. Es bedeutet für uns nicht nur ein Erbe anzutreten, sondern es zu pflegen und für weitere Generationen zu erhalten. Auf der anderen Seite ist es ein Geschenk, dass unsere Grossfamilie im Verbund mit Natur und Tier aufwachsen und leben darf.

Durch das erfolgreiche Crowdfunding könnt ihr nun wie geplant die Stallung neu bauen. Welche Aufgaben stehen für euch als nächstes an?

Das grosse Echo, welches wir auf unseren Aufruf erhielten, bedeutet auch Verpflichtung. All den Gegenleistungen nachzukommen, wird uns noch das ganze Jahr über beschäftigen. 

Wir freuen uns auf die Zeit, wenn das ganze Projekt abgeschlossen ist, die Tiere ihre neue Stallung bezogen haben und der Alltag wieder einkehrt.

Wie beeinflusst euch die derzeitige Corona-Situation?

Als Bauersfrau sechs Kinder zuhause zu haben und vier davon im Home-Schooling zu betreuen, war fast nicht zu bewältigen. Zur gleichen Zeit begannen wir mit dem Bau der neuen Stallung, wo es galt, neben der Familie auch die Arbeiter zu verköstigen. Ohne externe Mithilfe wäre dies kaum zu bewältigen gewesen.

Wann rechnet ihr damit, dass die Neustallung fertig gebaut sein wird?

Die Neustallung wird noch diesen Monat (Juni 2020, Anm. v. Funders) stehen und unsere Tiere werden ihr neues Zuhause circa Anfang Oktober nach der Alpzeit beziehen dürfen.

Die Bauarbeiten der neuen Stallung.

Warum habt ihr euch entschlossen, euer Vorhaben über Crowdfunding zu finanzieren?

Bei der Planung unseres Vorhabens zeigte sich schnell, dass die Finanzierung uns vor grosse Herausforderungen stellen wird. Uns wurde schnell klar, dass wir auf externe Hilfe angewiesen sind, um unseren Traum zu verwirklichen. 

Die Einsturzgefahr der alten Stallung liess uns jedoch keine Zeit, es musste gehandelt werden. Wir entwickelten eine Finanzierungsstrategie und stellten diese auf mehrere Pfeiler, da einzelne den Erfolg nicht garantieren konnten. Wir erhofften uns über Stiftungsgelder (Berghilfe etc.), Firmen und das direkte Anschreiben von Personen (Dossier) einen Grossteil der benötigten Finanzen zu sichern. Mit dem Crowdfunding, das wir erst gerade neu entdeckt hatten, beabsichtigten wir lediglich Lücken zu schliessen und Anschaffungen für die Neustallung zu tätigen, die notwendig aber nicht absolut prioritär sind.

Was war ausschlaggebend, Funders zu wählen?

Wir haben uns unter anderem für Crowdfunding entschieden, da dieses System die Möglichkeit bietet, schnell und wirksam (mit Bild und Ton) eine grosse Öffentlichkeit zu erreichen, weit über die Kantonsgrenzen hinaus.

Die erste Kontaktaufnahme mit dem Funders-Team der NKB in Stans gestaltete sich sehr sympathisch und bewog uns diesen Schritt zu wagen.

Bereits bei der Festlegung des Fundingziels war uns bewusst, dass wir ein sehr ambitioniertes Ziel ansteuerten. Doch wir glaubten daran, dass unser beherztes Engagement sich irgendwie auszahlen würde. Ebenso unsere mehrgleisige Strategie liess uns darauf vertrauen, dass wir die Finanzierung so irgendwie zu sichern vermögen. Mit diesen Überlegungen stiessen wir das ganze Unterfangen an und scheuten keinen Aufwand, unser Projekt zum Ziel zu führen.

Ihr habt euer Fundingziel von 150'000 Franken deutlich übertroffen und über 220'000 Franken gesammelt. Wart ihr von dem Erfolg überrascht?

Ja, das Echo war überwältigend. Viele meldeten sich sogar direkt via Mail, kontaktierten uns telefonisch oder besuchten uns und boten anstelle von Geld «Manpower» an.

Was war euer Erfolgsgeheimnis? Wie habt ihr es geschafft, 664 Unterstützerinnen und Unterstützer für eure Idee zu überzeugen?

Es ist schwierig zu sagen, worauf unser Erfolg fusst. Wahrscheinlich ist es uns gelungen, unser Anliegen authentisch rüberzubringen; den Adressaten das Gefühl zu geben, dass ihre Zuwendung etwas Grosses bewirken kann.

Gleichzeitig legten wir gezielt immer wieder nach, um nicht in Vergessenheit zu geraten (Flyer, Pressemitteilungen, Radiointerview etc.). All diese Puzzlesteine trugen zu diesem Erfolg bei.

Was bedeutet euch diese breite Unterstützung?

Diese breite Unterstützung ist ein riesen Geschenk, doch gleichzeitig eine grosse Verpflichtung. Wir stehen als Familie im Fokus der Öffentlichkeit, sowohl im Positiven als auch im Negativen. Dies gilt es zu ertragen, was für viele Aussenstehende wahrscheinlich gar nicht nachvollziehbar ist.

Welche Möglichkeiten eröffnet euch dieser Mehrbetrag? Was werdet ihr mit den zusätzlichen 70'000 Franken machen?

Welche Möglichkeiten uns der Mehrertrag beschert, lässt uns leider ein wenig schmunzeln. Unser Erfolg via Funders hat nämlich eine Kehrseite. Das grosse Echo durch Funders und der stets publizierte Spendenstand veranlasste sämtliche Stiftungen, unser Ersuchen abzulehnen – mit dem Hinweis auf unseren Erfolg bei Funders. Der Plan, die Finanzierung auf verschiedene Pfeiler abzustützen, war somit begraben. Unser Erfolg bei Funders wirkte sich also kontraproduktiv auf die anderen Pfeiler aus. Die Mehreinnahmen durch Funders vermögen die budgetierten Zuwendungen via Stiftungen nicht ganz zu decken. Die Zukunft wird weisen, wie hoch der Fehlbetrag sein wird und wie wir ihn bewältigen. Aber unsere Zuversicht lässt uns auch diese Hürde nehmen.

Was würdet ihr rückblickend anders machen?

Was «Funders» betrifft, würden wir nichts anders machen. Doch die Wahl des Zeitpunkts würden wir anders gestalten, um die mehrgleisige Strategie nicht zu gefährden.

Welche Tipps habt ihr für andere Starter?

Die Kernbotschaft muss überzeugen. Und das Aufschalten des Projekts bei Funders allein garantiert noch keinen Erfolg. Es gilt, das Projekt mit anderen Massnahmen in der Öffentlichkeit präsent zu halten. Dieser Aufwand ist nicht zu unterschätzen.

Das wollten wir schon immer einmal sagen:

Mit Hilfe von «Funders» darf unser «Heimetli» weiterleben. Danke!!!

www.funders.ch/heimetli

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Crowdfunding-Markt in der Schweiz wächst weiter

10.06.2020 um 11:44 von Phil

Gemäss dem Crowdfunding-Monitor der Hochschule Luzern sind 2019 in der Schweiz knapp 600 Millionen Franken über Crowdfunding-Plattformen vermittelt worden. Damit ist der Markt im Vergleich zum Vorjahr um 15.6 Prozent gewachsen. Betrachtet man die einzelnen Disziplinen, verzeichnet Crowdlending weiterhin ein starkes Wachstum, während das Crowdsupporting-Volumen leicht und das Crowdinvesting-Volumen stark zurückgegangen ist. Crowdlending-Projekte werden derweil verstärkt von institutionellen Geldgebern finanziert.

Die verschiedenen Crowdfunding-Disziplinen entwickeln sich sehr unterschiedlich. Während Crowdlending weiterhin einen kräftigen Zuwachs von 59.8 Prozent verzeichnet, schrumpft das Crowdinvesting-Volumen kräftig um gut einen Viertel (-24.8 Prozent). Das Crowdsupporting-Volumen sinkt ebenfalls, wenn auch nur leicht.

Entwicklung erfolgreich finanzierter Kampagnen nach Volumen von 2008 bis 2019.
 

Crowdsupporting: 24.6 Millionen durch 1769 Projekte

2019 wurden über Crowdsupporting und -donating 1'769 Projekte finanziert, was einem Umfang von 24.6 Millionen Franken entspricht. Damit steigt die Zahl der Projekte im Vergleich zum Jahr 2018 um 7.6 Prozent, während das Volumen leicht um 4 Prozent sinkt. Gemäss der HSLU-Studie ist der Rückgang des Gesamtvolumens auf das Fehlen von Grossprojekten zurückzuführen – eine Entwicklung, die wir 2019 auch bei Funders beobachten konnten.

Ebenfalls gesunken ist die durchschnittliche Summe eines Crowdsupporting-Projekts: Sie reduziert sich von 16'000 Franken in 2018 auf 13'890 Franken in 2019. Die durchschnittliche Unterstützung betrug 2019 144 Franken. Diese variiert jedoch stark je nach Rubrik eines Projektes.

Mit 68 Prozent ist die Erfolgsquote in der Schweiz gemäss der Studie sehr hoch. Funders verzeichnet derweil eine überdurchschnittlich hohe Erfolgsquote von 76 Prozent im Jahr 2019.

Crowdlending wächst kräftig

Der Crowdlending-Markt erreichte im Jahr 2019 ein Volumen von 418,4 Millionen Franken (Vorjahr: 261,9 Millionen Franken), was einem Wachstum von 59.8 Prozent entspricht. Die Zahl der erfolgreich vermittelten Kredite hat sich von 3'290 auf 2'781 verringert. Der Rückgang der Anzahl Kredite kann gemäss HSLU-Studie unter anderem durch das infolge einer Anpassung des Geschäftsmodells begründete Wegfallen der Daten des Anbieters Advanon begründet werden. Über diese Plattform wurden in früheren Jahren über 1'000 Kredite mit einem Volumen von mehr als CHF 20 Millionen pro Jahr im Crowdlending abgewickelt.

Insgesamt entfallen von den 418.4 Millionen Franken 159.7 Millionen Franken auf das Segment Business Crowdlending. Dies sind KMU-Kredite, wie sie auch auf funders.ch angeboten werden. Das Volumen lag in diesem Segment im Vorjahr noch bei 134.4 Millionen Franken.

Das Volumen im Bereich Consumer Crowdlending (Konsumkredite an Privatpersonen) ist gegenüber dem Vorjahr (57.0 Mio.) um 18.8% gewachsen und beträgt nun CHF 67.7 Millionen. Der Bereich Real Estate Crowdlending (hypothekarisch besicherte Kredite) ist im Jahr 2019 um sehr hohe 170.8% auf 191.0 Millionen Franken gewachsen.

Die im Crowdlending vergebenen Kreditsummen unterscheiden sich je nach Lendingform sehr stark. Bei KMU-Krediten lag der Wert bei rund 350'000 Franken (Vorjahr: ca. 300'000 Franken). Die durchschnittlichen Beträge können aber je nach Geschäftsmodell der Plattform sehr unterschiedlich sein. Besonders Plattformen mit sehr kurzfristigen Krediten scheinen gemäss Studie eher kleinere Volumen zu finanzieren.

Im Consumer Crowdlending lagen die durchschnittlichen Kreditsummen praktisch unverändert bei rund 32’000 Franken. Beim Real Estate Crowdlending lag das durchschnittliche Kreditvolumen im Jahr 2019 bei etwa 1'000’000 Franken (Vorjahr 650'000 Franken). Aufgrund der Verwendung für Wohneigentum ist der im Vergleich zu den anderen Segmenten markant höhere durchschnittliche Kreditbetrag gemäss Studie nachvollziehbar. Viele dieser Kredite sind nur kurzfristig und werden später von Banken abgelöst.

Im Durchschnitt investierte ein Kapitalgeber im Jahr 2019 120'000 Franken in einen KMU-Kredit. Bei Krediten an Privatpersonen liegt dieser Wert bei rund 10'000 Franken (Vorjahr 4'000 Franken). Die Aussagekraft dieser Werte ist aber stark eingeschränkt. Insbesondere institutionelle Investoren werden immer wichtiger und investieren bedeutend höhere Volumina als private Personen.

Der Crowdgedanke nimmt beim Lending ab

In der Schweiz haben 2019 etwa 180'000 Personen Crowdfunding-Projekt unterstützt. Diese Zahl umfasst auch Doppelzählungen, d. h. Personen, die mehrere Projekte finanziert haben. Entsprechend ist diese Zahl ohne Doppelzählungen deutlich tiefer.

Je nach Finanzierungsform ist die Zahl der Geldgeber und deren Kapitaleinsätze je Projekt sehr unterschiedlich. Während bei Crowdsupporting- und Crowddonating-Kampagnen der Crowdgedanke noch sehr zentral ist, scheint er beim Crowdlending an Bedeutung zu verlieren.

Denn beim Crowdsupporting steht weiterhin eine grosse Anzahl Personen mit jeweils kleinen Kapitaleinsätzen im Vordergrund. Bei den Geldgebern von Crowdlending-Projekten hingegen handelt es sich meist um wenige Personen mit in der Regel höheren finanziellen Beiträgen. Dazu kommt, dass im Crowdlending immer mehr professionelle Investoren aktiv sind.

Weiterhin Wachstum erwartet

Für die Zukunft erwarten die Studienautoren weiterhin ein Wachstum des Crowdfunding-Marktes im tiefen zweistelligen Prozentbereich. Insbesondere Real Estate Crowdinvesting und Crowdlending sollen demnach Wachstumstreiber sein. Die Autoren erwarten zudem, dass «die Crowd» in diesen beiden Segmenten an Bedeutung verlieren wird und professionelle Investoren Kredite oder Immobilien finanzieren werden. Privatpersonen werden relativ gesehen also an Bedeutung verlieren.

Die Situation rund um COVID-19 könnte für Crowdsupporting einen positiven Effekt gehabt haben. Denn Initiativen wie die Corona-Hilfe von Funders oder ähnliche Kampagnen haben mehr Personen mit Online-Finanzierungen in Kontakt gebracht. Auf den Crowdlendingmarkt könnte COVID-19 temporär einen negativen Effekt haben – je nach Verwendung der vom Bund zur Verfügung gestellten Kredite. Insgesamt erwarten die Studienautoren aber, dass Plattformen in der zweiten Jahreshälfte 2020 wieder stärker zum Zug kommen werden, wenn KMU zusätzliche Mittel benötigen, falls die Krise länger anhält.


Der vollständige «Crowdfunding-Monitor 2020» der Hochschule Luzern ist hier herunterladbar: blog.hslu.ch/retailbanking/crowdfunding/

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Mit Mut durch die Corona-Krise: Interview mit Beat Künzler von Arotur

03.06.2020 um 15:24 von Phil

Die Corona-Krise hat das Reisebüro Arotur mit absoluter Härte getroffen. 70-80% der Jahreseinnahmen generiert es für Reisen in den ersten 4 Monaten des Jahres. Die ganze Arbeit der letzten Monate ist vernichtet worden. 

Um das Geschäft vor dem sicheren Aus zu bewahren, hat Geschäftsführer Beat Künzler u. a. ein Crowdfunding-Projekt gestartet und über 60'000 Franken von fast 300 Unterstützern erhalten. Was bedeutet ihm diese Unterstützung und wie ist er vorgegangen, um so eine breite Unterstützung zu erhalten? Das verrät er im Interview.

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Corona-Hilfsprojekte: 6 Tipps für dein Crowdfunding-Projekt

23.03.2020 um 15:48 von Phil 1 Kommentar(e)

Seit kurzem können von der Coronakrise wirtschaftlich betroffene Menschen und Unternehmen Crowdsupporting-Projekte bei Funders erleichtert starten und so unkompliziert Liquiditätsengpässe überbrücken. Vorbereitungszeit für die Projekte bleibt da kaum. Deswegen sollen dir die folgenden Tipps helfen, das Maximum aus Deiner Kampagne rauszuholen. 

1. Nutze deine bestehenden Kontakte

Ob Stamm(Kunden), Abonnenten oder Freunde. Du verfügst bereits über ein umfassendes Netzwerk. Nutze es und informiere alle deine Bekannten über dein laufendes Projekt inkl. deinem Projektlink. Bitte Sie, dein Projekt ebenfalls in ihrem Netzwerk zu streuen.

Tipp: Erstelle eine Kontaktliste. So behältst du den Überblick, wen du bereits kontaktiert hast.


2. Nutze deine bestehenden Kanäle

Für deinen Laden, dein Restaurant oder dein Kleinunternehmen verfügst du bestimmt über eine Website und/oder Social-Media-Kanäle. Nutze diese Wege, um auf dein Crowdfunding-Projekt zu verlinken.

Tipp: Informiere deine Kundschaft auch mit einem Zettel in deiner Lokalität (z. B. ein Zettel an deiner Ladentür) über dein Projekt. Vergiss nicht: Führe auf dem Zettel den Direktlink zu deinem Projekt auf. 


3. Stelle dich in einem kurzen Video vor

Das Herzblut für dein Unternehmen zeigst du am besten, wenn du dich selbst zeigst. Also nimm einen kurzen Film auf und erkläre, warum dich die Coronakrise hart trifft und die Crowd dich unterstützen soll.

Tipp: Verwende dafür dein Smartphone und halte es für dein Projektvideo quer. Gute Schnittprogramme gibt es für iOS und Android. Solltest du Unterstützung benötigen, helfen wir dir gerne.


4. Erstelle deinen Massnahmenplan

Auch wenn die Projekterfassung und der Projektstart kurzfristig erfolgen, lohnt es sich, einen Projektplan zu erstellen, indem du deine nächsten Schritte und Massnahmen erfasst. Das schafft Struktur und hilft dir, gezielt vorzugehen. Tipps für mögliche Massnahmen findest du in unserer Anleitung für Starter und in unserer Checkliste. Wichtig: Halte dich auch an den Plan! ;-)

Tipp: Natürlich kannst du deinen Plan auch nach dem Projektstart erstellen. Aber versuche, ihn dann möglichst zeitnah zu erstellen, um das Beste aus deinem Projekt rauszuholen.


5. Sage danke

Auch wenn die Erfahrung zeigt, dass dies sonnenklar ist und die allermeisten Starter das ohnehin machen: Sage danke! Du kannst dies persönlich tun, indem du in der Projektverwaltung deinen Unterstützern individuell schreibst. Oder du informierst sie im Projektblog über den Fortschritt.

Tipp: Das Erreichen von Meilenstein ist ebenfalls eine gute Gelegenheit, allen Unterstützerinnen und Unterstützern danke zu sagen. 


6. Biete Gegenleistungen an

Gegenleistungen sind für die Hilfsprojekte während des Shutdowns nicht Pflicht. Aber sie können durchaus sinnvoll sein. Dies können symbolische Gesten (z. B. ein «Vielen Dank!» für 20 Franken), Beträge für Leistungen (z. B. Gutscheine für verschiedene Beträge) oder auch Unterstützungen für Events sein (z. B. das «Wir-haben-die-Krise-gemeinsam-gemeistert-Apéro»).

Tipp: Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Du kennst deine Kundschaft am besten. Überlege dir, was ihr gefällt!


Weiterführende Informationen

Du hast Fragen? Dann melde dich bei uns. Wir unterstützen dich gerne.

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am 30.11.-1 um 00:12

Klasse Tipps!

Funders.ch fördert Crowdsupporting für Corona-Betroffene

20.03.2020 um 10:17 von Phil

Funders.ch, die Crowdfunding-Plattform der Luzerner, Nidwaldner, Obwaldner und Berner Kantonalbank, hat für von der Coronakrise wirtschaftlich betroffene Menschen und Unternehmen eine separate Projektseite eingerichtet. Sie heisst «Corona – Funders helfen» und erleichtert für diese Betroffenen den Zugang zu Crowdsupporting: So hat Funders.ch die Hürden zur Einreichung eines Projekts gesenkt, setzt das «Alles-oder-Nichts-Prinzip» ausser Kraft und verzichtet auf die sonst übliche Plattformgebühr von 5 Prozent. Die Corona-Hilfsaktion von funders.ch ist vorderhand bis 31. Mai 2020 gültig.

«Die aktuelle Situation rund um das Coronavirus führt viele Betriebe – insbesondere Kleinstbetriebe und Freischaffende – in eine finanzielle Notlage. Um diese Firmen und Personen pragmatisch unterstützen zu können, haben wir auf funders.ch für diese Betroffenen eine separate Projektseite eingerichtet. Wir sind überzeugt, dass Crowdsupporting in vielen Fällen eine Lösung sein kann», begründet Daniel Lütolf, Leiter Vertrieb Funders.ch bei der Luzerner Kantonalbank (LUKB), die vorderhand bis Ende Mai 2020 dauernde Hilfsaktion.

Nachweis von Liquiditätsproblemen verlangt

Die neue Seite «Corona – Funders helfen» richtet sich an Kleingewerbler, Freischaffende, Einzelunternehmer, Veranstalter, Musiker, Gastrounternehmen und Vertreter der Kreativwirtschaft, jedoch nicht an Privatpersonen. Die Betroffenen müssen einerseits nachweisen, dass sie aufgrund der Coronakrise mit fehlender Liquidität kämpfen und anderseits eine aussagekräftige Beschreibung ihres Projekts einreichen. Wie auch sonst entscheidet das Funders-Team, ob ein Projekt auf die Plattform aufgeschaltet wird oder nicht.

Vereinfachte und kostengünstigere Bedingungen

Für die von der Coronakrise wirtschaftlich Betroffenen gelten vereinfachte und kostengünstigere Rahmenbedingungen: So verzichtet Funders.ch auf die sonst übliche Plattformgebühr von 5 Prozent. (die 2 Prozent Transaktionskosten fallen nach wie vor an). Weiter müssen Projektstarter nicht mehr zwingend Gegenleistungen anbieten und erhalten das von der Crowd zugesicherte Geld auch dann, wenn das angestrebte Fundingziel nicht erreicht wurde (Verzicht auf das «Alles-oder-nichts-Prinzip»). Sonst gelten grundsätzlich die bestehenden Richtlinien von Funders.

Hier können Projekte ab sofort eingereicht und unterstützt werden: www.funders.ch/corona

Hinweis

Die Aktion von Funders ist vollständig unabhängig von den beispielsweise durch die Luzerner Kantonalbank (17.März 2020) und durch die Berner Kantonalbank (18. März 2020) angekündigten Liquiditätshilfen an KMU.

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Die Bieridee

13.03.2020 um 10:51 von Phil

Karin Wagemann kündigte ihren gut bezahlten Job, um mit ihrem Mann eine Kleinbrauerei zu eröffnen. Offen für Neues zeigt sich das Start-up nicht nur bei den Braukreationen, sondern auch bei der Mittelbeschaffung.

Es braucht nur einen Stehapéro mit dem falschen Angebot, damit Karin Wagemann zur Rebellin wird. Zur Bier-Rebellin, um genau zu sein. Denn wenn immer an einem solchen Anlass nur Wein, Wasser und Saft aufgetischt wird, lässt ihr der Berufsstolz keine andere Wahl. «Dann muss ich einfach nach einem Bier fragen. Es geht ums Prinzip.» In den vergangenen Jahren hat die Bierkultur in der Schweiz eine gewaltige Entwicklung hingelegt. In nur fünf Jahren hat sich die Anzahl registrierter Brauereien mehr als verdoppelt: Von 483 im Jahr 2014 auf 1132 im Jahr 2019. Eine von zahlreichen Klein- und Kleinstbrauereien ist Soo. Bier aus Sursee, gegründet vor rund vier Jahren von Karin Wagemann, ihrem Mann und einem weiteren Partner. «Wenn ich mich heute in unserer Brauerei umschaue, habe ich keinen Zweifel, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben», sagt die Geschäftsführerin.

Beim Biertrinken kennengelernt

Angefangen hat alles an einer WG-Party in Luzern, wo sich Wagemann und ihr späterer Ehemann Alex Oleschinky beim Biertrinken zum ersten Mal begegneten. Noch am selben Abend ging es weiter in eine Bar. Dass dort nur langweiliges Lagerbier ausgeschenkt wurde, spielte für einmal keine Rolle. Entscheidender war, dass die beiden in diesen Stunden den Grundstein für ihre gemeinsame Zukunft legten. Als die Surseerin ihrem Schwarm später ihre Heimat zeigte, fiel dem aus Bayern stammenden Bierliebhaber schnell auf, dass es in dem schmucken Städtchen weit und breit kein regionales Gebräu gibt. Und so musste Oleschinky nicht lange überlegen, als er während seinem Masterstudium an der Hochschule Luzern einen Businessplan für ein neues Unternehmen erarbeiten sollte. Als Fallbeispiel diente natürlich eine Brauerei.

Aus der Studienarbeit wurde bald schon Realität. Mitte März 2015 war die Sorseer Bier AG geboren. «Nachdem wir bis dahin vor allem am Küchentisch Pläne geschmiedet hatten, war die Brauerei nun plötzlich da», erinnert sich Karin Wagemann. Die heute 36-jährige Unternehmerin kündigte ihren gut bezahlten Job als Sozialarbeiterin in der Klinik St. Urban, um sich fortan ganz auf ihre neue Aufgabe als Brauereileiterin zu konzentrieren.

Soo. Bier möchte nicht nur Bier brauen, sondern auch die Bierkultur fördern.
 

Ein Erlebnis für alle Sinne

In den vergangenen vier Jahren ist die Brauerei in Sursee zu einem stattlichen Betrieb gewachsen. Heute beschäftigt sie vier Mitarbeitende und eine Lebensmitteltechnologin in Ausbildung. Kaum öffnet sich die Tür zur Brauerei, erfasst einen ein intensiver Duft von Hopfen und Malz. Und weil Besucherinnen und Besucher der Brauerei zwischen zahlreichen Biersorten wählen dürfen, ist der Besuch ein Erlebnis für alle Sinne. «Bier löst Emotionen aus», weiss Wagemann. Deshalb umfasst ihr Geschäftsmodell viel mehr als nur helle und dunkle, starke und weniger starke Biere. Wer Lust hat, kann in Sursee einen Braukurs absolvieren oder sich mit Freunden zu einer Betriebsführung inklusive Degustation anmelden.

Beim Brauprozess ist Kreativität und Innovationsgeist gefragt: Karin Wagemann bietet ihrer Kundschaft im Sommer auch mal ein Bier mit Basilikum an oder zur Adventszeit ein Weihnachtsbier mit Lebkuchengeschmack. «Den Kombinationsmöglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt.» Inspiration findet die Unternehmerin unter anderem auf ihren Reisen. «Der Besuch einer lokalen Brauerei ist stets Pflicht», betont die Biersommelière.

Crowdlending-Zielbetrag deutlich überschritten

Rund 600’000 Franken brauchte das Gründungsteam der Brauerei für den Start. Die Aktionärinnen und Aktionäre waren rasch gefunden, mittlerweile sind es über 600. Um das Eventangebot auszubauen und eine Nachwuchsbrauerin ausbilden zu können, benötigte die Firma im Sommer 2018 weitere Mittel. Dazu führte die Mikrobrauerei erfolgreich eine Crowdlending-Kampagne auf funders.ch durch. «Es war spannend, etwas Neues auszuprobieren», berichtet Wagemann. Dass der Zielbetrag von 60’000 Franken am Ende so schnell zusammenkam, war für die Brauer eine erfreuliche Überraschung. Trotz des Erfolgs sagt Wagemann: «Unsere Brauerei befindet sich immer noch in der Start-up-Phase. Bis zu einem selbsttragenden Betrieb haben wir uns fünf Jahre Zeit gegeben.» Noch ist es nicht ganz so weit, doch Karin Wagemann betont: «Wir sind auf gutem Weg.»


Soo. Bier, Sursee

Vision: Förderung der Bierkultur in Sursee und Umgebung

Geschäftsmodell: Alle Biere von Soo. Bier werden in Sursee gebraut. Über den Onlineshop können die Biere in die ganze Schweiz verschickt werden. Zum Sortiment gehören nebst Klassikern auch spezielle, saisonale Biere. Die Brauerei bietet zudem Betriebsführungen, Braukurse, Bierverkostungen oder individualisierte Etiketten an.

Besonderheit: Die Brauerei hat mehrere nationale und internationale Auszeichnungen gewonnen, so unter anderem den World Beer Award – Switzerland.

www.soobier.ch

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